Auweiler-Esch Aktuell (ehemals NVZ)

Informationen zu Auweiler-Esch

Archive for Januar 2015

40 Jahre Köln-Gesetz, die Eingemeindung von Pesch, Esch und Auweiler

leave a comment »

Am 1. Januar 1975 trat das „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Köln“ kurz Köln-Gesetz in Kraft. In diesem Gesetz wurde die Gebietsreform der Region Köln auf kommunaler Ebene neu regelt.

Die Älteren werden sich sicherlich erinnern. Esch, Pesch, Auweiler und Sinnersdorf bildeten bis dahin die eigenständige Gemeinde Sinnersdorf. Als Rathaus diente die alte Schule neben der Feuerwehr. Das Gebäude existiert heute noch. Im Zuge der Eingemeindung wurde die Gemeinde Sinnersdorf aufgeteilt. Pesch, Esch und Auweiler wurden Köln zugeschlagen, Sinnersdorf wurde ein Ortsteil von Pulheim.

Für die Eingemeindung von Pesch, Esch und Auweiler musste die Stadt Köln Zugeständnisse machen. Mit der neu gegründeten Bezirksvertretung Chorweiler, das gerade gebaut wurde, bekamen die nördlichen Stadtteile eine Selbstverwaltung. Die Befugnisse der Bezirksvertretungen wurden allerdings in späteren Jahren zugunsten des Rates wieder beschnitten, so dass Sie heute kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten besitzen. Daneben musste sich die Stadt Köln verpflichten ein Schulzentrum in Pesch zu bauen.

Als weiteres Zugeständnis sollten die Baggerseen rund um die Orte nach Ihrer Schließung als Naherholungs- und Landschaftsschutzflächen ausgebaut werden. Zusammen mit angrenzenden Flächen auf Pulheimer Stadtgebiet wurde das Naherholungsgebiet Stöckheimer Hof in seinen heutigen Grenzen festgelegt. Zur Verwaltung wurde dafür von den Städten Köln und Pulheim der Zweckverband Stöckheimer Höfe gegründet.

Seit 40 Jahren wird nun am Ausbau der ehemaligen Baggerseen zu Freizeit-, Erholungs- und Natur belassen Flächen gearbeitet. Die endgültige Fertigstellung wird die Umgestaltung des Pulheimer Sees zu einem weiteren Badesee sein, die in den nächsten Jahren erfolgen wird.

Doch auch der Wandel der Zeit macht nicht an den Grenzen der Stadt halt. Der zunehmende Bedarf an Siedlungsflächen in der Stadt Köln führt dazu, dass es Bestrebungen gibt Auweiler zu vergrößern. Teile der Flächen des Naherholungsgebietes Stöckheimer Hof sollen zu Siedlungsflächen werden. Diese Entwicklungen sind gerade gerade Gegenstand von Verhandlungen zwischen der Bezirksregierung Köln und der Stadt Köln. Im Laufe des Jahres 2015 ist mit einer Änderung des Regionalplans für Auweiler-Esch zu rechnen, in dem die neuen Siedlungsflächen ersichtlich werden. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Quellen:

Gebietsänderungsvertrag zwischen derStadt Köln und Gemeinde Sinnerdorf: Gebietsänderungsvertrag Stadt-Köln-Gemeinde-Sinnersdorf

Köln-Gesetz: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&gld_nr=2&ugl_nr=2020&bes_id=4054&aufgehoben=N

Kölner Stadtanzeiger vom 27.01.2015:

„Pesch, Esch und Auweiler gehörten seit 1964 zu Sinnersdorf. Als Rathaus diente der Kommune ein altes Schulhaus an der Weilerstraße 8 in Esch, das Gebäude steht nach wie vor.

Im Eingemeindungsvertrag vom 26. August 1974 verpflichtete sich die Stadt Köln, in Pesch ein Schulzentrum zu bauen und aus den Baggerseen in der Gegend ein Erholungsgebiet zu formen. Beide Zusagen wurden eingehalten. Die Annexion ging 1975 geräuschlos vonstatten. Die erste Maßnahme war die neue Omnibuslinie 26, die den Anschluss an die neue Muttergemeinde gewährleistete.

Erst 1977 kam Unmut gegen Köln auf, vor allem in Esch. Es gründete sich eine Bürgerinitiative, um die Schließung des Dorffriedhofs zu verhindern – mit Erfolg. Das Friedhofsgelände wurde erweitert, die Escher begraben ihre Toten nach wie vor im Dorf statt in Chorweiler. Am stärksten hat sich Auweiler den ländlichen Charakter bewahrt, dort gibt es keine einzige Ampel. Die drei Orte haben derzeit insgesamt rund 14 600 Einwohner. (kaw)“

http://www.ksta.de/koeln/koeln-gesetz-so-veraenderte-die-eingemeindung-vor-40-jahren-das-leben-der-koelner,15187530,29669254.html

Advertisements

Written by Chefredakteur

Januar 27, 2015 at 6:53 pm